via blogbuch

Marianne Holtmann*

Mein Name ist Aufstand,
ich komme aus der sozialen Kälte,
aus dem weltweiten Wir.
Mein Kleid ist der Zorn.

Mein tägliches Brot
heißt Entwürdigung,
Insolvenz und Konkurs.

Ich bin überarbeitet und unter bezahlt,
arbeitslos und gedemütigt.
Unfrei allemal!
Meine Alten liegen auf von Ratten zerfressenen Lagern
oder sterben in euren Kliniken,
weil niemand sie füttert.

Meine Kinder sind blass und schlecht gekleidet.
Sie träumen davon, Cello zu spielen
und frische Früchte zu essen
und im Sommer das Meer zu riechen,
statt dessen stehen sie Schlange in euren Bettelküchen
und schämen sich.

Mein Name ist Aufstand,
und ich habe gute Augen,
meine Ohren sind überall.
Ich sehe eure unstillbare Gier,
ich höre wie Menschen zu Produktionsmitteln verkommen,
die nach dem Gebrauch alt und krank verkommen sollen.

Mein Name ist Aufstand,
bin eben erst erwacht
und recke meine Glieder.
Ich bin jung und stark,
ich wachse jeden Tag an dem Schmutz,
mit dem ihr mich füttert.

* dieses wunderbare Gedicht, das so passend ist für die Verhältnisse, in denen wir uns momentan bewegen bzw. auf die wir uns unaufhaltsam zubewegen, habe ich soeben bei einer facebook-freundin gefunden, und es war mir sofort klar, daß dies so gut ist, daß ich es umgehend hier im Blog mit veröffentlichen muß. Weil ich finde, daß es weiter verbreitet werden muß. Das Einverständnis der Autorin für die Veröffentlichung liegt vor.

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