Sturm Sandy über New York
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Konzernmedien nehmen in zunehmender Art und Weise ihre Nachrichtenberichterstattungen als Entertainment- und Fernsehunterhaltung wahr.

Als sich abzeichnete, das sich ein Sturm ungeheuren Ausmaßes zusammen brauen würde, ist das vielleicht Tickermeldung Wert. Wen aber die Meteorologen und Wetterexperten sich gegenseitig in ihren Vorhersagen übertreffen und im einhelligen Tenor vom Jahrhundertsturm die Rede ist, dann ist es eigentlich nur noch wichtig wo sich das Unwetter befindet damit man eine fette Headline daraus machen kann. New York, das ist die Stadt in der jeder schon einmal war oder jemand einen kennt der mal dort war. Diesbezüglich ist New York ein wunderbarer Schauplatz für Naturgewalten und des Medienechos. Wie gemacht für Titelseiten und Sondersendungen. In zahllosen TV-Sendungen wurde der Sturm hin und her analysiert. Die Stadtgeschichte New Yorks mit dem des als Jahrhundertsturm gepriesenen Unwetters auf Kurs gebracht. Moderatorenduos die in Nachrichtenformaten den Untergang der Stadt in Roland-Emmerich-Manier skizzieren.

Während zahllose Kamerateams quasi Tage vorher das anlanden des Sturms an die amerikanische Küste erwarten, erfolgt eine sehr marginale Berichterstattung über Kuba und Haiti. Auch dort wütet der Sturm. Über das Leben in Kuba wird nicht berichtet außer es handelt sich um einen unverfänglichen Reisebericht in der Rum und Zigarren gelobt werden und 50er Jahre Oldtimer in Erscheinung treten.

Haiti, das ist die Insel die 2010 von einem schweren Erdbeben betroffen war und das halbe Land in Trümmern legte, hat heute immer noch mit den Folgen von damals zu kämpfen. Der Sturm Sandy machte das bisher mühselig aufgebaute wieder zunichte.

Der Maßstab mit den Konzern- und vor allem die visuellen Konzernmedien anlegen, hängt mit dem zusammen was der angebliche Leser oder Zuschauer sehen möchte. New York als populäre Metropole gäbe da einfach die „besseren“ Bilder ab, welche die Menschen sehen wollten, so die Logik der gängigen Massenmedien. Benjamin von Brackel Autor beim „der Freitag“ schreibt dazu das es einen verengten Blick auf das Zentrum gebe, besonders in den USA, aber die Peripherie wird ausgeblendet.

Der Unterschiedliche Maßstab im Umgang mit den Katastrophengebieten ist selbst auch innerhalb der USA unverkennbar. Man braucht nur das Krisenmanagement in New York, für das Obama gelobt wurde mit dem der Bush-Regierung nach dem Wirbelsturm Kathrina zu vergleichen, … .

Klickzahlen oder Einschaltquote sollten jedenfalls nicht der primäre Maßstab für die Medienarbeit sein.

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